Abschiebung Ablauf

Der Ablauf einer Abschiebung

Der Ablauf einer Abschiebung in Deutschland ist immer der Gleiche. Nachdem der Asylantrag abgelehnt wurde, wird der Asylbewerber darüber informiert.

Danach hat er die Möglichkeit das Land freiwillig in den nächsten 4 Wochen zu verlassen. Dem Flüchtling wird ein Flugticket, sowie ein Betrag zwischen 300 – 700 Euro angeboten. Dieses Geld soll den Neustart im Heimatland erleichtern.

Sollte der abgelehnte Asylbewerber dieses Angebot nicht annehmen, droht die Abschiebung. In besonderen Fällen wird der Flüchtling in Abschiebehaft genommen. Dafür muss es aber Hinweise auf eine Fluchtgefahr in ein anderes Land geben.

1. Benachrichtigung

Nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über die Zukunft eines Flüchtlings entschieden hat, wird dieser darüber informiert.

Dieses Urteil kann der abgelehnte Asylbewerber mit einem Anwalt, der spezialisiert auf Asylrecht ist anfechten. Sollte es zu einer Entscheidung gegen den Verbleib des Asylbewerbers gekommen sein, hat der abgelehnte Asylbewerber zunächst die Möglichkeit Deutschland freiwillig zu verlassen.

Die Frist Deutschland zu verlassen, beträgt nach dem Urteil 4 Wochen. Sollte der abgelehnte Asylbewerber keine rechtlichen Schritte einleiten, beträgt auch hier die Frist der Ausreise nach der Benachrichtigung durchschnittlich 4 Wochen.

2. Möglichkeiten einer Ausreise

Freiwillige Ausreise

Wenn sich der Ausländer für eine freiwillige Rückkehr entscheidet, wird ihm ein kostenloses Flugticket, sowie verschiedene Förderprogramme angeboten.

Diese Förderprogramme sollen ihm helfen den Neustart in der Heimat zu erleichtern. Zudem wird für eine freiwillige Ausreise aus Deutschland ein Betrag von 300 bis 700 Euro angeboten, je nach Herkunftsland.

Viele nehmen dieses Angebot an, da sie Deutschland früher oder später verlassen müssen.

Rückführung

Jedoch nehmen nicht alle dieses Angebot an. Das ist dann der Zeitpunkt, ab dem man von einer Abschiebung spricht. Jetzt wird die Rückführung von der Ausländerbehörde und der Landespolizei durchgeführt.

Das kann gegebenenfalls auch zwangsweise erfolgen. Jedoch nehmen nicht alle dieses Angebot an. Das ist dann der Zeitpunkt, ab dem man von einer Abschiebung spricht.

Jetzt wird die Rückführung von der Ausländerbehörde und der Landespolizei durchgeführt. Das kann gegebenenfalls auch zwangsweise erfolgen.

 

3. Terminvereinbarung der Ausreise

Sollt es kein Abschiebehindernis geben, steht einer Abschiebung aus Deutschland nichts mehr im Weg. Sollte der Flüchtling das Land nicht freiwillig verlassen, wird ein interner Abschiebetermin festgesetzt.

Dieser Termin wird dem Flüchtling natürlich nicht mitgeteilt. Der Grund dafür ist eine bestehende Fluchtgefahr.

Sollte schon nach der schriftlichen Benachrichtigung Fluchtgefahr bestehen, kann der abgelehnt Asylbewerber auch in Abschiebehaft genommen werden. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen zutreffen.

4. Tag der Abschiebung

Mitarbeiter der Ausländerbehörde und der Landespolizei des jeweiligen Bundeslandes sind für die Abholung und den Transport zuständig. Beide sind für den korrekten Ablauf bis zum Flughafen verantwortlich. Das neue Asylgesetz sieht vor, dass die Abholung ohne Vorankündigung erfolgt.

Das bedeutet das dies jeder Zeit möglich ist. Daher kann es morgens, mittags oder nachts passieren. Die Flüchtlinge haben in der Regel eine halbe Stunde Zeit, ihre wichtigsten Sachen zu packen. Erlaubt ist ein Gesamtgewicht von 20 Kilogramm.

Nachdem der Bus am Flughafen angekommen ist, übergeben die Landespolizisten an die Bundespolizisten. Diese begleiten die Flüchtlinge zur zentralen Aufnahmestelle im Flughafen. 

5. Prüfung vor der Ausreise

Gesundheitlicher Zustand

Jetzt kommt das wichtigste zum Thema „Abschiebung Ablauf„.

Um eine Abschiebung zu verhindern, werden sehr oft ärztliche Atteste vorgelegt. Diese werden seit dem 17. März 2016 strenger geprüft. Das wurde von der Bundesregierung im Asylpaket 2 beschlossen.

Grund dafür ist, dass Asylbewerber körperliche Erkrankungen als Ausrede benutzen. Sollten die angegeben Erkrankungen keine schwerwiegenden Gründe gegen eine Abschiebung darstellen, wird diese auch mit Attest erfolgen.

Sollte der Flüchtling körperlich nicht in der Lage sein zu fliegen, wird er an diesem Tag nicht abgeschoben. Wenn der körperliche Zustand nicht eindeutig ist, wird die Flughafenklinik eingeschaltet.

Dokumente für die Ausweisung

Bei der Prüfung wird nicht nur der gesundheitliche Eindruck geprüft, sondern auch alle benötigten Dokumente. Es wird geprüft, ob der Reisepass, ein Visum, die Abschiebeanordnung, das Flugticket und die Bescheinigung zur Flugtauglichkeit vorhanden ist.

6. Der Flug ins Heimatland

Sollte es Anzeichen für Probleme geben, werden die Bundespolizisten die Flüchtlinge bis in ihr Heimatland begleiten. Sollte das nicht der Fall sein, begleiten zwei Bundespolizisten den abgelehnten Asylbewerber durch den Transitbereich zum Flugzeug.

Hier wird der Flugkapitän alle Ausreisenden beurteilen. Sollte er Bedenken um die Sicherheit des Flugzeuges und der Passagiere haben, wird die Abschiebung auch abgebrochen. Grund dafür können Panik und hohe Aggressivität sein.

Sobald der Flugkapitän sein Einverständnis gegeben hat, kann der Flug starten. Da einige Länder sich gegen die Einführung von organisierten Einzelflügen ausgesprochen haben, werden ihre heimkehrenden Staatsbürger nur mit Linienflügen zurück ins Heimatland geflogen.

Es gibt jedoch gemietete Flugzeuge, die größere Gruppen zurück ins Heimatland fliegen. Diese gemieteten Flugzeuge kosten rund 250.000 €!

Ein Gedanke zu „Abschiebung Ablauf

  • 13. August 2019 um 11:19
    Permalink

    Warum wird der Asylant mit der Ablehnung des Asylantrages nicht in Gewahrsam genommen, dann hätte er weniger Möglichkeiten unterzutauchen.
    Warum hat ein Asylant einen Anspruch auf einen Anwalt?
    Für mich bedeutet Asyl, eine Anspruch auf eine Unterkunft, Verpflegung und ärztliche Versorgung.
    Sollte entschieden werden, dass der Asylant nicht unter der Asylgesetz fällt muss er nach Hause.

    Antwort

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